Geschichte unserer Kirchgemeinde
Am 19. Juni 1817 wurde das Dekret des Grossen Rates über die Errichtung einer reformierten Kirchgemeinde für die Gemeinden Fahrwangen und Meisterschwanden verabschiedet. Die eigene Kirchgemeinde entstand durch Abtrennung von der reformierten Kirchgemeinde Seengen. Zur Kirchgemeinde gehörten damals die reformierten Einwohner von zwei Dörfern, nämlich von Fahrwangen und Meisterschwanden. Ursprünglich hiess die Kirchgemeinde Fahrwangen- Meisterschwanden, jetzt aber Meisterschwanden – Fahrwangen. Die Kirche wurde in den Jahren 1820 bis 1822 gebaut. Sie liegt auf dem Gebiet des alten Exerzierplatzes, zwischen den Dörfern Meisterschwanden und Fahrwangen. Der Kirchturm ist so hoch wie der Hallwilersee tief ist, nämlich 48 Meter.
Die Kirchgemeinde wurde im Jahre 1901 erweitert. Die Kirchgemeindemitglieder von Tennwil mussten sich, nachdem die Gemeinde Tennwil politisch schon in Meisterschwanden eingemeindet war, entscheiden, ob sie kirchlich zu Meisterschwanden oder (weiterhin) zu Seengen gehören wollten. Sie entschieden sich für Meisterschwanden-Fahrwangen.
Ohne grosse Umtriebe wurde die reformierte Kirchgemeinde im Jahre 1939 ein weiteres Mal vergrössert. Im Verlauf einer Bereinigung ungünstiger Grenzverläufe bei Kirchgemeinden wurden die Reformierten von Sarmenstorf und von Bettwil unserer Kirchgemeinde zugefügt.
Als der Zweite Weltkrieg zu Ende war, wurde im Rahmen einer Dankesfeier eine Linde gesetzt, die den Namen Friedenslinde trägt.
Im Jahre 1960 wurde der Brunnen vor der Kirche ersetzt.
Einer Renovation im grossen Ausmass wurde das Kirchengebäude in den Jahren 1977 / 1978 unterzogen. Seither steht das Kirchengebäude unter Denkmalschutz.
Im Jahre 1982 wurde ein Pavillon neben dem Parkplatz aufgestellt. Er diente für die unterschiedlichsten Veranstaltungen der Kirchgemeinde, von Sonntagsschule bis zum Treffpunkt der Alterskreise, von Sitzungen der Kirchenpflege bis zu Chorproben des ad hoc Chores. Auch die Jugendgruppe traf sich hier; wechselte dann später in einen Raum an die Eggenstrasse in Meisterschwanden.
Im Juni 1997 wurde das neuerstellte Kirchgemeindehaus eingeweiht. Die Räumlichkeiten stehen für die unterschiedlichsten kirchlichen Aktivitäten und Gruppen zur Verfügung und können auch für private Anlässe gemietet werden.
Seit Juni 2007 befinden sich die Büroräume der Kirchgemeinde im Haus am Kirchrain 38. Das ganze Gebäude wurde von der Kirchgemeinde erworben.
Der alte Friedhof lag früher direkt auf beiden Seiten des Haupteingangs in die Kirche.
Heute ist es so, dass im Friedhof Nord Urnen beigesetzt werden und im Friedhof Süd, der im Jahr 2007 erweitert worden ist, Erdbestattungen vorgenommen werden.
Seit November 1998 besteht auch ein Gemeinschaftsgrab.
Médard Sidler hat ein Buch über die Geschichte der Kirchgemeinde geschrieben und dabei besonders die Baugeschichte der Kirche fokussiert. Darin sind viele Dokumente eingearbeitet, aber auch Geschichten, die einem schmunzeln lassen. So gab es zwischen den Meisterschwandnern und Fahrwangern Streit, weil in der Mauer, die die Kirche umfasst, nur ein Tor erstellt wurde. Eigenhändig habe der damalige Gemeindepräsident von Fahrwangen mitgeholfen, entlang der Kirchgasse ein Loch in die Mauer zu reissen, das dann zum Fahrwanger-Tor wurde. Gemäss Beschluss des Bezirksgerichts musste dieses aber kleiner sein als das Tor auf der Meisterschwandener Seite.
Seit vielen Jahren ist unsere Kirchgemeinde mit der medizinischen Arbeit in Angola verbunden. Während Jahren wurde das Missionsspital in Kalukembe (im Landesinnern) mit Spenden und Warenlieferungen (wie
Verbandsmaterial) versehen. Kurz vor dem Ende des Bürgerkrieges in Angola wurde dieses Spital zerbombt, ein Neuaufbau im bisherigen Rahmen wurde von den Einheimischen nicht gewünscht, also baute der Schweizer Arzt Urs-Peter Beerli, ehemaliger Leiter von Kalukembe, in der Küstenstadt Benguela eine Augenklinik auf. Sie trägt den Namen Boa Vista (gute Sicht) und wird nun von einem einheimischen Team unter Leitung eines brasilianischen Augenarztes geleitet.
Unsere Kirchgemeinde hat eine eigene Zeitschrift, sie heisst Begegnung und erscheint quartalsweise. Seit 1820 sind 18 Pfarrer in unserer Kirchgemeinde tätig gewesen. Der eine blieb nur ein Jahr, ein anderer vierundzwanzig Jahre.
Seit 1986 arbeitet in unserer Kirchgemeinde ein Gemeindediakon mit, seit 2005 dazu noch eine Jugendarbeiterin bzw. ein Jugendarbeiter.
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